Viele Filter und Funktionen aus Photoshop lassen den Benutzer schnell erahnen was sie bezwecken. Der Hochpassfilter jedoch zeigt sein Potenzial nicht auf den ersten Blick. Wofür braucht man schon so ein Grau in Grau bei der Bildbearbeitung?
Dieses Grau in Grau ist eines der am vielseitigsten einsetzbaren Filter in Photoshop. Die Haupteinsatzbereiche sind wohl das Scharfzeichnen und das erhalten von feinen Strukturen im Bild.
Aus dem Audioschnitt kennt man vielleicht den Hochpassfilter. Dort wird er verwendet um hohe Frequenzen von tiefen Frequenzen zu trennen. Sprich nur die hohen Frequenzen sind nach der Filterung zu hören.
Ansatzweise ähnlich arbeitet der Filter in Photoshop. Der Filter findet starke Kontraste im Bild und zeigt diese verstärkt an. Restliche Bereiche werden 50% Grau dargestellt. Dabei gibt der Radiusregler an den Bereich um eine Kontrastkante an.
Mit dem Hochpassfilter kann man sehr schön ein Motiv schärfen. Das besondere dabei ist, dass nicht das ganze Bild geschärft wird sondern nur die Kanten im Bild. Dadurch wird ein Bildrauschen weniger verstärkt als bei einer Bildschärfung durch den Unscharf maskieren Filter, welcher wirklich dass komplette Bild beeinflusst.
Um ein Foto zu schärfen dupliziert man die Ebene und stellt den Modus der kopierten Ebene auf Hartes Licht. Danach wendet man auf die Ebene den Hochpassfilter an. Dieser ist über Filter>Sonstige Filter>Hochpass… zu finden. Den Wert welchen man bei Radius verwendet kommt es stark auf das Motiv, die Bildgröße und dem eigenen Geschmack an. Häufig habe ich gute Erfolge mit einem Wert um die 1,3 erreicht.
Nachträglich kann man noch mal den Ebenenmodus verändern um nochmals eine andere Wirkung zu erreichen. Mögliche Modi sind Weiches Licht, Ineinanderkopieren und lineares Licht. Sprich alle Modi, die ein 50%Grau nicht anzeigen.
Viele Tutorials zum Thema Hautretusche gehen so vor, dass die Motivebene dupliziert und weichgezeichnet wird. Anschließend werden nur die Hautbereiche mit einer Ebenenmaske ausmaskiert. Dadurch ist die Haut wunderbar weich allerdings auch extrem unrealistisch.
Diese Herangehensweise ist von Grund auf gar nicht so schlecht, leider fehlen meiner Meinung nach ein paar Schritte, die zu einem viel besseren und realistischen Ergebnis führen.
Hier will ich kurz eine erweiterte Methode verdeutlichen.
1. Mit Hilfe von Reparaturpinsel und Co werden grobe Bildfehler beseitigt.

2. Die Ebene wird anschließend zwei mal dupliziert.

3. Die obere der beiden duplizierten Ebenen wird zunächst ausgeblendet.

4. Die nun noch sichtbare duplizierte Ebene wird mit Hilfe der Filter Helligkeit interpolieren und gaußschen Weichzeichner weich gemacht.

5. Der Ebene wird eine Schnittmaske hinzugefügt und nur die Bereiche der Haut werden herausgearbeitet.
Nun ist man bei dem bekannten Ergebnis vieler Hautretuschetutorials.

6. Die ausgeblendete Ebene wird wieder eingeblendet und der Modus wird auf lineares Licht umgestellt. Nicht erschrecken – das sieht komisch aus…

7. Mit gedrückter alt-Taste klickt man zwischen die beiden neuen Ebenen. Dadurch wird eine Schnittmaske erstellt.

8. Nun wird auf die oberste Ebene der Hochpassfilter angewendet. Zum Radius kann man keinen eindeutigen Wert angeben, da dieser vom Motiv abhängt. Also ausprobieren…

9. Nun ist wieder eine Hautstruktur zu erkennen. Falls diese zu stark ist, kann man die Ebene nochmals leicht weichzeichnen um ein mattierteres Hautbild zu erreichen.

Schärfen mit dem Hochpassfiltera>
Hochpassfilter vs. Unscharf Maskieren
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